Erste verliert nach dramatischer Schlussphase in Moers

Diesen Schwung nutzte zunächst Michael Glahn, der es direkt auf den Königsflügel seines Gegners abgesehen hatte und dank einer taktischen Wendung gewinnen konnte. Unser Mannschaftsführer Frank Hammes stand im Mittelspiel sehr aktiv und versuchte am Königsflügel anzugreifen. Jedoch hatte er auch einen isolierten Bauern im Zentrum, so dass er sich, nachdem der gute und erfahrene Gegner die Angriffsbemühungen entschärfen konnte, sich zunächst zurückziehen musste. Nachdem der Gegner dann selbst zum Angriff überging, ergaben sich für ihn auch Möglichkeiten mittels der Opferung des isolierten Bauern noch einmal aktiv ins Spiel einzugreifen. Am Ende führte dies zu einer Abwicklung die mit einem Dauerschach endete. Mikhail Eltsin musste dieses Mal aus zunächst nachteilhafter Stellung ein Remis erkämpfen. Dies ändert aber nichts daran, dass er eine Riesensaison gespielt hat und in der finalen Topscorer-Liste der Liga mit 7 aus 9 den alleinigen zweiten Platz belegt. Unser erstmalig eingesetzter Ersatzmann Khalillullah Tokhy stand zunächst eher passiv und etwas schlechter, konnte das  Blatt  aber mittels eines schönen Damenflügelangriffes wenden und erhöhte für uns auf 3:1. Beachtenswert war dabei noch, dass er insgesamt nur eine halbe Stunde Bedenkzeit verbraucht hatte, während viele andere in Zeitnot gerieten und froh waren, nachdem diese überstanden war. Tilman Schülke, der erneut Ralph Wilczek am Spitzenbrett vertrat, gewann im Mittelspiel einen Turm für einen Läufer. Doch der enorm starke Gegner ergatterte danach zwei wichtige Bauern. Da einer dieser Bauern drohte, in eine Dame umgewandelt zu werden, musste Tilman seinen Läufer zurückopfern, so dass er mit einem Turm gegen zwei Leichtfiguren und geringerer Bauernanzahl verblieb. Diesen Rückstand konnte er nicht mehr aufholen, und damit stand es nur noch 3:2 für uns. Arne Dörnbrack erreichte im Laufe der Partie ein gewonnenes Endspiel. Doch leider übersah er dann einen unangenehmen Bauernzug seines Gegenparts, wodurch dieser mit einem Scheinopfer den Vorteil egalisieren konnte und sich noch ein Remis sicherte. Die Partie von Peter Juziak befand sich trotz eines Minusbauern sehr lange in ausgeglichenem Fahrwasser, so dass er mit großer Wahrscheinlich das Turmendspiel auch hätte halten können. Doch trotz extremer gegnerischer Zeitnot kam es dazu, dass der gegnerische König zu weit in die eigene Stellung eindringen konnte und dadurch auch ein zweiter Bauer fiel. Mit nur noch 17 Sekunden auf der Uhr schaffte es der Kontrahent, sogar noch Peter mattzusetzen. Somit stand es 3,5-3,5. Christian Gütschow hatte zwischenzeitlich ein absolut „remisliches“ Läufer-Bauern-Endspiel auf dem Brett gehabt. Doch in wiederum hochgradiger Zeitnot übersah er einen gefährlichen Zug des Gegners und verlor einen wichtigen Bauern. Am Ende musste er, sowohl stellungsbedingt als auch in Anbetracht der fast abgelaufenen Bedenkzeit, die Waffen strecken. Letztlich führten die übrigen Ergebnisse aber dazu, dass wir trotz dieser sehr unglücklichen Niederlage sogar noch den 4. Platz verteidigen konnten. Einen guten anschließenden Trost fanden wir auch mit exzellenten Eissorten in einer nachgelegenen Eisdiele. Ein besonderer Dank an dieser Stelle - stellvertretend für alle an unserem Team interessierten Vereinsmitglieder - an unsere treuesten Fans, Frank Schubert, Wolfgang Rößler und unseren Vorsitzenden Peter Ringelstein, welche uns auch bei Auswärtskämpfen immer wieder durch ihre Anwesenheit den Rücken stärken. Nun geht es in eine mehrmonatige Pause, doch wir sind schon gespannt, auf welche Mannschaften  wir in der kommenden Saison treffen werden und welche Aufstellungen und spannenden Partien uns dann erwarten.


Geschrieben von Tilman Schülke