2. Mannschaft verpaßt den erhofften Aufstieg

Vor dem letzten Saisonspiel standen mit Kaarst, Viersen und uns 3 Mannschaften punktgleich an der Spitze und die Ausgangslage war klar: für den Meistertitel mussten wir bei den etwas favorisierten Kaarstern gewinnen und zusätzlich gegenüber Viersen, welches bei den bisher starken Erkrathern antreten musste, einen halben Brettpunkt gutmachen.

Aufgrund der etwas ungewöhnlichen Regelmannschaftsaufstellung der Kaarster sah ich unsere Einzelchancen an den ersten 3 Brettern, während der Rest unserer Mannschaft deutlich bessere Einzelgegner hatte.

Daher bedeutete es bereits gegen 12:30 Uhr einen ersten Paukenschlag, als uns Heinz an Brett 5 in Führung brachte. Mein Schwarzremis an Brett 4 kurze Zeit später war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Als Klaus dann gegen 13:10 Uhr an Brett 3 seinen Königsangriff erfolgreich abgeschlossen hatte, schien das große Ziel mit dieser 2,5 : 0,5 Führung greifbar nahe.

Jochen, mit einer Turnierleistung von über 2100 in dieser Saison bisher ungeschlagen, hatte gegen 13:15 Uhr an Brett 1 gegen seinen jungen Gegner, welcher bisher am Brett lediglich „1 aus 7“ erzielt hatte, eine nicht besonders unübersichtliche und klar vorteilhafte Stellung mit einem Mehrbauern erreicht und für seinen 40. Zug noch etwa 15 Sekunden Zeit...........

Diese völlig überraschende Niederlage in Verbindung mit der bei Mark inzwischen unerwartet abhanden gekommenen Figur veränderte den Mannschaftskampf leider massiv.

Nachdem Thomas an Brett 8 gegen 13:45 Uhr remisiert hatte, lagen wir zur Zeitkontrolle zwar immer noch mit 3 : 2 in Führung, aber Mark´s Verluststellung sowie zwei weitere von mir als mehr oder weniger nachteilig eingeschätzte Stellungen ließen auf eine Mannschaftsniederlage schließen. Da uns auch aus Erkrath schlechte Kunde erreichte, war der Aufstieg nun praktisch vepasst und Kaarst konnte aufgrund seines gegenüber Viersen uneinholbaren Brettpunktevorsprunges mit einem Sieg alles klarmachen.

Mark gab dann nach einiger Zeit seine aussichtslose Stellung zum Stand von 3 : 3 auf. Armin an Brett 2 hatte in der Zeitnotphase vermutlich nicht die besten Züge gefunden und sah sich inzwischen in einem Turmendspiel mit 2 Minusbauern wieder, welches er gegen 15:10 Uhr zurecht nicht mehr weiter spielen wollte. Damit war Kaarst mit 4 : 3 in Führung gegangen.

Im letzten Spiel an Brett 7 kämpfte Johann gegen einen der stärksten Kaarster weiter aufopferungsvoll. Jeder besaß einen Turm, einen „ungleichfarbigen“ Läufer und 2 Bauern, es sah schon ziemlich remislich aus. Ich holte nun die vorsorglich – natürlich eher für uns - mitgebrachte Flasche Sekt aus meinem Auto mit der Absicht, sie anschließend den Kaarstern als Geschenk zu überreichen. Auf dem Rückweg hörte ich, dass Johann ein Remisangebot abgelehnt habe und nun gewinnträchtig stehe. Und siehe da, Johann gelang es mit seinem weit vorgerückten Freibauern gegen 15:40 Uhr tatsächlich zu gewinnen und damit sowohl die Mannschaftsniederlage zu vermeiden als auch den Viersenern als lachenden Dritten zum Aufstieg zu verhelfen. Eine sehr starke Leistung von Johann, die Sektflasche fand nun mit ihm einen wirklich würdigen Empfänger.

 

Mit diesem Remis bei der meiner Ansicht nach stärksten Mannschaft der Liga haben wir uns nach einem so nicht erwarteten, starken Saisonverlauf zwar nicht den erhofften, aber doch einen schönen Saisonabschluss bereitet. Unabhängig davon ist auch erfreulich, dass heute kein Spieler allein das Verpassen des großen Ziels verursacht hat, da letztendlich doch 2 Brettpunkte gegenüber Viersen fehlten.

 

Wolfgang Rößler